Bereits die Vorbereitungen waren für die Gemeinde eine Freude. Der neue Apostel Christophe Domenig wohnt in der Region Genfersee und ist ursprünglich Französisch sprechend. Ein Plakat am Eingang begrüsste ihn in Französisch, und naheliegend war, dass der Chor ein Lied in dieser Sprache vortrug:
Dans nos obscurités
Allume le feu qui ne s'éteint jamais
Qui ne s'éteint jamais
Ein Taizé Lied, in dem wir Jesus bitten, das Licht in uns anzuzünden, das niemals erlischt.
Grundlage zum Gottesdienst war ein Text aus Psalm 23: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich." Der Apostel erwähnte, dass wir das Vertrauen zu Gott aufbringen, unser Herz öffnen und ihm uns zuwenden sollen, damit wir unsere Belastungen ablegen und Frieden, Kraft, Mut und Zuversicht mit Gott erleben können. Kein Wanderer würde Steine im Rucksack in die Berge tragen, meinte der Apostel.
Psalm 23 trägt die Überschrift 'Der gute Hirte'. Manche Menschen werden nicht gerne mit Schafen verglichen, aber Jesus verwendete dieses Bild, um einige Dinge bildhaft zu erklären. Im Mitdienen wurde darauf hingewiesen, dass die Schafe ihren Hirten kennen und ihm vertrauen. Obwohl sie nur 'mäh-mäh-mäh' sprechen, verstehen sie ihren Hirten und sind sogar mit ihm im Dialog.
Diesen Predigtbeitrag griff der Apostel auf und nutzte ein schönes Wortspiel mit der französischen Sprache. Im Französisch gibt es das Wort 'mais'. Es wird ausgesprochen wie 'mäh', heisst jedoch 'aber'. Wenn unser Hirte Jesus Christus mit uns spricht, anworten wir manchmal gerne mit 'mais-mais-mais' beziehungsweise 'aber-aber-aber'. Wir haben Vorbehalte, sind vielleicht mit dem Weg, den wir gehen müssen, nicht einverstanden oder erachten unseren Sorgenberg als zu schwer. Es kann vorkommen, dass wir Gott Vorwürfe machen, warum er dies und jenes zulässt oder unsere Wünsche nicht erfüllt. Dabei denken wir in der Regel an irdische Bedürfnisse und Probleme. Beispielsweise an unsere Gesundheit, unser Auskommen, an berufliche Wünsche, an Konflikte in Beziehungen. Gott sieht jedoch weiter. Jesus hat nie versprochen, dass er alle unsere Lebensprobleme lösen werde. Dies wäre eine falsche Erwartung an Gott. Das Ziel des christlichen Glaubens ist die Wiederkunft Jesus und die ewige Gemeinschaft mit Gott. Jesus ist für uns den Weg bis zum Kreuz gegangen, auch er hätte es gerne anders gehabt. Am Schluss sagte er trotzdem zu seinem Vater "nicht mein, sondern dein Wille geschehe".
Die beiden Kinder, die versiegelt wurden, besuchen derzeit die Sonntagsschule. Das war für den Apostel eine Gelegenheit, mit einem einfachen Bild und einem kleinen Geschenk für die Kinder zu erklären, wie der Heilige Geist wirkt. Er verglich diesen mit einem Kompass. Dieser Kompass zeigt jedoch nicht Richtung Norden, sondern Richtung Gott. Lassen wir uns vom Heiligen Geist lenken. Hören wir auf Jesus als unseren guten Hirten und Vertrauen wir Gott in allen Lebenslagen.